Enzian – das Heilmittel aus den Bergen

Enzian – das Heilmittel aus den Bergen

Wird bei Verdauungsproblemen verwendet. Die Bitterstoffe des gelben Enzians regen die Verdauung an und es werden Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen und krampfartige Schmerzen gebessert.

Der gelbe Enzian (Gentiana lutea) begeistert die Menschen im Alpenraum schon seit Jahrhunderten und wurde als beliebtes Heilmittel bereits in der Antike in andere Regionen Europas exportiert. Der wissenschaftliche sowie der deutsche Name des Enzians gehen beispielsweise auf den illyrischen König Gentios zurück. Schon vor etwa 2.000 Jahren soll dieser mithilfe eines Enziansirups seine Verdauungsprobleme kuriert haben.

Auch heute schätzen wir den Enzian vor allem aufgrund der anregenden Wirkung auf die Verdauung. Enzian enthält Bitterstoffe, die – wie der Name schon suggeriert – bitter schmecken.

Durch diese Bitterstoffe werden mehr Verdauungssäfte produziert, der Appetit angeregt und der Speisebrei besser verdaut. In der Folge werden Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen und krampfartige Schmerzen gebessert.

Bitterstoffe sind in vielen Heilpflanzen enthalten, doch jene im Enzian stechen besonders hervor. Ein spezieller Naturstoff in der Wurzel, das sogenannte Amarogentin, ist derart bitter, dass man mit einem Gramm dieser Substanz 58.000 Liter Wasser bitter schmecken lassen kann. Dementsprechend nennt man Enzian im Alpenraum auch die „Bitterwurz“.

Die ausgeprägte Sammeltätigkeit der letzten Jahrhunderte hat Enzian selten werden lassen. Heute steht dieser unter Naturschutz. Man kann die Enzianwurzel aber über Apotheken beziehen. Diese stammt aus angebauten Kulturen und belastet daher nicht die natürlich vorkommenden Bestände.

Anwendungstipps:

  • Enzian kann sowohl in Form eines Teeauszugs als auch als Tinktur eingenommen werden.
  • Teerezept: Für die Zubereitung eines Tees wird bis zu dreimal täglich 1 Gramm der Wurzel mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und 5 Minuten ziehen gelassen.
  • Da die verdauungs- und appetitanregende Wirkung teilweise von den Geschmacksnerven an der Zunge ausgelöst wird, verstärkt sich die Wirkung, wenn man den Tee vor dem Schlucken kurz im Mund behält.
  • Zur Anregung des Appetits sollte der Tee eine halbe Stunde vor dem Essen – bei Verdauungsbeschwerden nach dem Essen – getrunken werden.
  • Enzian ist gut verträglich, nur bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sollte man darauf verzichten.

 

Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay