Pollenallergie: Belastungsspitzen (Artikelreihe Teil 2)

Pollenallergie: Wenn die Abwehr verrückt spielt

Belastungsspitzen im Blick

Das Pollen-Jahr ist zwar von der Wetterlage und der Menge der Pollen abhängig – trotzdem lässt sich ein ungefährer Zeitraum vorhersagen. - © www.pollenwarndienst.at der Medizinischen Universität Wien
 Das Pollen-Jahr ist zwar von der Wetterlage und der Menge der Pollen abhängig – trotzdem lässt sich ein ungefährer Zeitraum vorhersagen. – © www.pollenwarndienst.at der Medizinischen Universität Wien

 

Im Wesentlichen stammen die allergieauslösenden Pollen von Kräutern, Bäumen oder Gräsern. Bei den Bäumen wirken vor allem Birke, Hasel, Erle und Esche allergen, bei den Gräsern die Süßgräser, und bei den Kräutern rufen am ehesten Beifuß und Ambrosia unangenehme Reaktionen hervor.

Die Blühzeiten variieren jedes Jahr ein wenig. Die „kritischen“ Monate lassen sich zwar vorhersagen, auf den Tag genau geht das aber nur kurzfristig. Die späte Blütezeit der Ambrosia (Ragweed) von Juli bis Oktober und die Tatsache, dass die Purpurerle bereits ab Dezember blüht, führen außerdem dazu, dass sich die pollenfreie Zeit auf bis zu zwei Monate im Jahr verkürzt. Freilich ist das auch von der Wetterlage und der Menge der Pollen abhängig.

Über die aktuelle Lage im In- und Ausland informiert der Österreichische Pollenwarndienst kostenlos unter Pollenwarndienst.at. Grundsätzlich sollten sich Pollenallergiker an Tagen mit hoher Belastung möglichst nicht draußen aufhalten. In ländlichen Regionen ist die Belastung morgens am höchsten, in Städten erreicht sie ihren Spitzenwert mittags bis nachmittags.

Meldestelle für Ragweed

Ambrosia bzw. Ragweed ist hoch allergen. Es reicht eine geringe Pollenkonzentration aus, um Reaktionen auszulösen. 

Als hochallergen gelten besonders die Pollen der Ambrosia – viele kennen diese Pflanze unter ihrem englischen Namen Ragweed. Von Nordamerika aus hat Ambrosia ihren Weg nach Europa gefunden und nistet sich bevorzugt an Straßenrändern, Baustellen oder Äckern ein.

Bei Ragweed reichen bereits wenig Pollen aus, um allergische Beschwerden auszulösen. Während bei Gräserpollen rund 30 Pollen pro Kubikmeter Luft nötig sind, rufen bei Ragweed bereits vier Pollen pro Kubikmeter Luft Reaktionen hervor.

Aufgrund der hohen Anzahl allergischer Reaktionen setzen einige Länder bereits auf Gegenmaßnahmen: So herrscht etwa in der Schweiz eine Melde- und Bekämpfungspflicht. Um der Ausbreitung entgegenzusteuern, hat der Pollenwarndienst der Med Uni Wien 2017 den Ragweedfinder ins Leben gerufen. Unter Ragweedfinder.at kann man Funde melden. Da die Pflanze sehr leicht mit Unkraut verwechselt wird, gibt es auf der Webseite auch eine Checkliste mit Beispielbildern.

Artikelserie Pollenallergie:


Bild von cenczi auf Pixabay